Reisen & Online Arbeiten: So kannst Du das auch!

Wenn du schon einmal etwas von Digitalen Nomaden gehört haben solltest, ist dir das System „Reisen & Arbeiten“ sicher nicht mehr ganz so fremd. Falls nicht: Digitale Nomaden sind jene unter uns, die sich für ein Leben unterwegs oder vielmehr ein Leben abseits des Bürojobs entschieden haben und unterwegs ihr Geld verdienen.

Skeptiker werden nun fragen: „Aber geht das überhaupt? Kann man diese beiden Aspekte wirklich so leicht vereinen?“

Die Antwort ist einfach: Ja, das geht. Und zwar vollkommen ohne Einbußen. In diesem Artikel möchte ich dir einmal einen ganz persönlichen Einblick in mein Leben als digitaler Nomade geben und dir zeigen, was ein Leben auf Reisen ausmacht – und was es dafür braucht.

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Ein Leben in purer Freiheit: Traum oder die Realität eines ortsunabhängigen Arbeiters?

Wie du in der Bildunterschrift schon gesehen hast, ist ein Digitaler Nomade nichts Anderes als jemand, der ortsunabhängig arbeitet und sein Geld verdient. Das heißt, als solcher hast du natürlich ein großes Laster: Dein Notebook. Egal, wo du bist – es sollte immer in greifbarer Nähe sein.

Was jetzt vielleicht im ersten Moment nach Stress und ständiger Arbeit klingt, ist aber an sich ganz entspannt. Denn: Du arbeitest ja an Dingen, die dir persönlich gefallen oder durch die du deine Talente nutzen und einsetzen kannst. Und für seine eigenen Leidenschaften bezahlt werden… Das ist schon traumhaft, oder?

Der Arbeitstag eines Digitalen Nomaden

Einen klassischen Tagesablauf eines Vorzeige-Nomaden gibt es (leider) nicht. Dazu sind die Berufe und Branchen zu verschieden. Genau wie die unterschiedlichen Lebensweisen der Menschen. Das Tolle am Nomadentum ist nämlich, dass du dir deinen Tag vollkommen selbstbestimmt einplanen kannst, was wiederum auch ein entspanntes Reisen möglich macht. Dennoch möchte ich dir einmal ein Beispiel anhand meines auf Reisen typischen Tagesablaufs geben:

Wir starten am Morgen. Glücklicherweise bin ich Frühaufsteher und kann schon vor dem Frühstück die wichtigsten Mails, die aufgrund der Zeitverschiebung nachts eintrudeln, in aller Ruhe bearbeiten. Anschließend plane ich einige Social Media-Beiträge für meine Kanäle und starte in den Tag. Je nach dem, welche Aufträge – ich arbeite als Freelancer & Online-Dozent – gerade anstehen, habe ich mir am Abend zuvor einen ungefähren Tagesablauf mit all meinen To-Do’s zurecht gelegt. Meist läuft der Tag also nach meiner morgendlichen Routine ab wie folgt:

Ein bis zwei Stunden nach dem Frühstück arbeite ich an aktuellen Projekten am Laptop. Tatsächlich bin ich oft der Typ, der gern im klimatisierten Zimmer sitzt, wenn es um strategische Aufgaben geht. Inspirierende Texte hingegen verfasse ich liebend gern im Liegestuhl oder in der Hängematte.

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Und, könntest du dir das auch vorstellen: Nach dem Frühstück ein bis zwei Stunden an so einem Ort arbeiten und dann ab ins Vergnügen?

Nachdem ich die ersten ein bis zwei Stunden hinter mir habe, beginnt der freudige Teil des Tages. Das heißt nicht, dass mir die Arbeit keinen Spaß macht, im Gegenteil. Doch wenn du an Orten wie Bangkok oder Los Angeles bist, möchtest du ja auch etwas davon haben, oder? Heißt also: Gemeinsam mit meiner Freundin starten wir unsere Erkundungstour oder eine beliebige Tagesaktivität, die wir uns für heute vorgenommen haben. Kurz bevor es dann Abend wird und wir uns ein gemütliches Lokal zum Dinner suchen, schiebe ich noch einmal gut anderthalb Stunden eine Working-Session ein und überarbeite meine Projekte.

Später, nach dem Essen, wenn wir entweder im Hotel, Guesthouse, Airbnb oder wo wir sonst gerade leben, angekommen sind, strukturiere ich den nächsten Tag.

Und, klingt nahezu traumhaft, oder? Knappe 5 Stunden am Tag arbeiten und den Rest einfach das tun, was einem gerade Freude macht. Das Faszinierende ist: Das ist es auch. Aber all das gelingt dir nur dann, wenn du ein paar wichtige Fähigkeiten mitbringst…

Was du als Digitaler Nomade brauchst

Digitaler Nomade sein heißt nicht, einfach um die Welt zu Reisen und hier und da ein bisschen zu texten oder was du sonst gern beruflich machen würdest. Fehlanzeige!

Als Digitaler Nomade brauchst du vor allen Dingen drei Fähigkeiten: Durchhaltevermögen, Mut und Disziplin.

Skill #1: Durchhaltevermögen

Durchhaltevermögen ist unersetzlich, denn so traumhaft all das klingt: Manchmal ist es verdammt anstrengend. Und manchmal gibt es Tage, an denen du einfach verdammt viel zu tun hast! Da musst du durch, Punkt. Lässt du’s links liegen, lässt du deine Existenzgrundlage links liegen. Und das kann wirklich nicht dein Ziel sein. Ganz gleich, in welchem Rhythmus du arbeitest – du wirst dich an ihn gewöhnen. Aber damit das passiert, musst du erstmal eine gute Zeit durchhalten.

Skill #2: Mut

Mut brauchst du vor allen Dingen in den Anfängen. Wenn du auf dem Weg ins digitale Nomadentum bist und als Freelancer oder Online-Dozent unterwegs bist, werden viele Menschen um dich herum wahrscheinlich eher ablehnend reagieren, weil die Masse diesen Weg noch nicht geht. Wenn du es aber wirklich willst: Lass‘ dich nicht davon abbringen und fass‘ dir ein Herz!

Ja, das braucht Mut. Aber es lohnt sich. Irgendwann musst du schließlich den Schritt machen und ins kalte Wasser springen.

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Wage den Absprung: Nicht jedem wird gefallen, was du tust. Aber die Hauptsache ist, dass es dir gefällt.

Skill #3: Disziplin

Wie überall im Leben, kann es dir auch hier passieren, dass du einige Tage einfach gar keine Lust hast, etwas zu tun und am liebsten die ganze Zeit durch die Gegend bummelst.

Natürlich können einige Tage dabei sein, an denen du deine Zeit so verbringst. Aber dennoch brauchst du die notwendige Disziplin, um wieder in deinen Arbeitstrott zurück zu finden. Sonst geht dein digitales Leben den Bach runter!

Empfehlen würde ich dir hier die „Eat the Frog“-Methode: Direkt am Morgen, in meinem Fall nach dem Frühstück, schnappst du dir deinen Rechner und gehst die Aufgabe an, auf die du am wenigsten Lust hast und bei der du Gefahr läufst, sie vor dir herzuschieben. Hast du einmal begonnen, wirst du sicher feststellen, dass es gar nicht so schlimm war, wie gedacht. Probier’s mal aus!

Aber mal ehrlich: Kommt das Reisen dabei nicht total unter die Räder?!

Kurze Antwort: Nein. Denn Reisen definiere ich nicht nur als Abklappern der größten Touristenattraktionen, sondern als Erfahren neuer Länder und Kulturen. Und wenn du dir deinen Tag wirklich sinnvoll einteilst und gut strukturierst, kannst du davon ausgehen, die Welt vollsten kennenzulernen.

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